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Falcono

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  • »Falcono« ist der Autor dieses Themas

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Samstag, 29. November 2003, 18:14

FAQ Wasserkühlen ! Bitte lesen !

FAQ
zum Thema "Wasserkühlung"
Hallo Lieber Leser / Einleitung:
Dies ist ein kleines Guide zu den häufigsten Fragen und Problemen, die zum Thema Wasserkühlung häufig auftauchen und eine Sammlung von Tipps.
Bevor du also ein Thema im Forum aufmachst, les dir erst einmal am besten dieses FAQ durch, es beantwortet die grundsätzlichen Fragen.
Ich wünsche viel Spass, coole Temperaturen und Frieden für die Ohren
Grüße
Falcono

Inhaltsverzeichnis
1. Wofür Wasserkühlung? Woraus besteht sie?
2. Ich möchte mir eine Wasserkühlung zulegen! Was für Komponenten würdest du mir empfehlen?
Und: Was kostet der ganze Spass?
3. Wo bringe ich am besten die Komponenten unter und wie?
4. Welches Kühlmittel verwende ich?
5. Verschraubung oder Legris (Plug&Cool)? Welcher Schlauch?
6. Tipps / Probleme und Lösungen

1.1. Der PC in Neptuns Händen, warum?
Eine Wasserkühlung hat viele Vorteile gegenüber einer Luftkühlung.
Der erste Aspekt ist, dass sie wesentlich tiefere Temperaturen erreicht, da Wasser im Gegensatz zu Luft eine hohe Wärmespeicherkapazität hat, wogegen Luft eher wie ein thermischer Isolator wirkt. Dies ist als erstes natürlich für Overclocker gut, weil beim Übertakten oft eine erheblich gesteigerte Wärmeleistung entsteht, was sich in höheren Temperaturen niederschlägt. Herkömmliche Luftkühler bewältigen die Hitzeabfuhr nicht mehr, sie können die CPU-Temperatur nicht mehr unter einer kritischen Marke halten, über der das Silizium des Prozessors extrem schnell altert und der Prozessor nicht mehr zu gebrauchen ist.
Ausserdem lassen sich auch Grafikkarte, Northbridge, Netzteil, Festplatten und alle anderen wärmeerzeugenden Komponenten mit Wasser kühlen, denn hier steigen Taktfrequenzen und Abwärme ebenfalls und die Luftkühlung ist häufig ebenfalls nicht mehr ausreichend. Der Umstand das die Wärme über eine Wasserkühlung direkter aus dem Gehäuse befördert wird sollte ebenfalls nicht vernachlässigt werden, der beste Luftkühler bringt nicht viel, wenn die Lufttemperatur im Gehäuse bereits sehr hoch angestiegen ist.
Die andere Zielgruppe für Wasserkühlungen sind Leute, die ihren PC so gut wie geräuschlos haben möchten. Nervige kleine Lüfter sind durch ihre hohen Drehzahlen oft ein "Dorn im Ohr" und können durch eine Wasserkühlung eliminiert werden.
Natürlich ist auch ein flüsterleises Overclocking mit einer Wasserkühlung kein Problem.
1.2. Woraus besteht denn dieser „Wasserzauber“?
Tja, eine normale Wasserkühlung baut auf folgende Komponenten auf:
(Alle Abbildungen sind exemplarisch)
Der CPU-Kühler:

Der CPU-Kühler besteht meistens aus einem Kupferkern mit Verkleidung.
In diesen Kupferkern sind Kanäle, Rillen, Pins oder ähnliches eingefräst, die das Wasser durchströmt. Es werden dabei eine möglichst große Oberfläche und ein besonderes Ströhmungsverhalten angestrebt, damit der Wärmeübergang vom Kühler zum Wasser besonders gut ist.
Momentanes Spitzenprodukt ist der CF-1 von Cool Cases.
Der Radiator:

Hier wird das am Kühler erhitze Wasser wieder abgekühlt. Dabei durchläuft das Wasser eine durchschnittlich etwa 6 Meter lange Rohrleitung, die zu einer Schlange gebogen und mit Oberflächenvergrößernden Lamellen versehen werden. Meistens sind die Rohre aus Kupfer, die Lamellen aus Aluminium, das gewährleistet, dass die Wärmeübertragung vom Wasser zur Luft optimal ist. Meistens bläst noch ein langsam laufender Lüfter durch den Radiator, damit die warme Luft abtransportiert wird.
Sehr gute Radiatoren stammen von HTF, Standartmodell ist der HTF 2 Dual.
Speziell entwickelte Passivradiatoren sind hingegen schon von Haus aus darauf ausgelegt komplett ohne Lüfter arbeiten zu können. Ein Paradebeispiel hierfür ist z.B. der Konvekt-O-Matic Radiator von Innovatek. Diese Radiatoren sind allerdings sowohl sehr viel teurer als auch größer, um von der Kühlleitsung vollkommen mit normalen Radiatoren mithalten zu können.
Die Pumpe:

Sie bringt das Wasser in Bewegung, damit es durch den Kreislauf zirkuliert und die Wärme vom Kühler zum Radiator abtransportiert wird.
Früher wurden hier Kreiselpumpen der Marke Eheim verwendet, mit denen bisher sehr gute Erfahrungen gemacht worden waren. Sie sind, auf ein Stück Schaumstoff oder Gummizäpfen gestellt, kaum mehr hörbar, ausser wenn man mit dem Ohr ganz nahm heran geht. Ohne eine Dämpfung werden die Schwingungen vom Motor der Pumpe auf das Computergehäuse übertragen, was dann zu einem hörbaren Brummen führen kann.
Eine neu aufgetauchte Alternative ist allerdings die erste bezahlbare 12 Volt-Pumpen der AP-Serie von Alphacool.
Hiervon reicht bereits die kleinste Pumpe um den Eheims Konkurrenz zu machen, zudem entfällt die problematische Steckerdurchführung nach draussen und ein seperates Anschaltmodul, da die Pumpe mit dem "Bordnetz" des PC's mitangeschaltet wird.
Einziges Manko ist, dass es noch keinen PlugOn- Ausgleichsbehälter gibt.
Der Ausgleichsbehälter:

Ein Ausgleichsbehälter wird zum Entlüften des Kühlkreislaufes benötigt.
Des weiteren garantiert er, dass die Wasserstandschwankungen durch Temperaturveränderung nicht auf die Schläuche drücken, sondern in einem Wasserspeicherchen abgepuffert werden. Ausserdem wird das Befüllen des Systems erheblich vereinfacht, was vor allem für Bastler, die öfter eine Änderung am System durchführen, ausserordentlich praktisch ist.
Es gibt zwei Varianten von Ausgleichsbehältern: Plug-On-Varianten, die direkt auf die Ansaugseite der Pumpe gesteckt werden und Stand-Alone Behälter die über einen Schlauch mit dem Kreislauf und der Ansaugseite der Pumpe verbunden sind.
Standart bei den PlugOn's ist der AGB-O-Matic von Innovatek,
Als Stand-Alone Ausgleichsbehälter ist z.B. der NoiseIsolator Plexi AB zu nennen.
Lüfter für den Radiator

Als Lüfter für Radiatoren kommen eigendlich nur Papstmodelle in Frage. Sie sind die einzigen, die wirklich leise Lüfter zu annehmbaren Preisen bauen.
Der Standartlüfter von Papst ist der Papst 120x120x25mm 4412 F/2 GL.
Grafikkarten- und Northbridgekühler funktionieren nach dem selben Prinzip wie CPU-Kühler, auf den Schlauch komme ich später zu sprechen.

2. Das brauch ich! Was für Komponenten würdest du mir empfehlen und was kostet der ganze Spass?
Schön! Fangen wir an.

Meine Sets weiter unten decken sich zum großen Teil mit den Sets von Watercooling (die allerdings erst nach meinem kamen :wink:).
Der Preis ist bei den Sets weder besser noch schlechter, aber für Anfänger ist es vielleicht leichter ein Set zu nehmen, weil sie keine wichtigen Komponenten vergessen können.
Allerdings ist es leichter, spezifische Änderungen, wie einen Radeon/FX-spezifischen Grafikkartenkühler, eine andere Pumpe (z.B. eine AP-700 12V-Pumpe) oder einen anderen Ausgleichsbehälter (oder, oder, oder), zu realisieren, wenn man sich die Komponenten selbst zusammenstellt.
Die Sets von Watercooling finden sich da -> AMD oder Intel.
Das Profi-Set L ist in etwa deckungsgleich mit meinem oberen Set, das Einsteiger-Set L entspricht etwa meinem unteres Set und sind deshalb meine Emfehlungen.
Das Einsteiger M kann ich wegen seiner Hydor-Pumpe nicht emfehlen, das Profi XL ist mit seinem Triple-Radi definitiv überdimensioniert.

Achtung vor Billigangeboten in Auktionshäusern! Sie sind oft sehr minderwertig und kühlen den PC meisst schlechter als Luftkühler. Die hohen Temperaturen können dem Prozessor irreparabelen Schaden zufügen.

Folgendes Set empfehle ich immer, es ist fast das beste, was man bekommen kann zu einem sehr attraktiven Preis.

- Der CF-1 CPU-Kühler
- Innova Rev.2 Graph-O-Matic
Achtung: Für Geforce FX 5900-Karten würde ich eher diesen, für die neuen ATi Radeon diesen Kühlen empfehlen, weil er die RAM-Bausteine der Grafikkarten auch mitkühlt, was für moderne Karten sehr wichtig ist, außerdem ist die Kühlleistung auf jeden Fall auch für die GPU ausreichend.
- Der heiß geliebte HTF 2.0 Dual Radiator mit Anschlüssen
- Eheim 1048 Kreiselpumpe mit Auslassanschluss 8x1
- AGB-O-Matik Plug-On-Ausgleichsbehälter
- 3 Meter Standartschlauch (PVC)
- Ein Paket Knickschutzfedern

So, ich komme auf genau 266,60 Euro.
Das ist ein verdammt guter Preis. Wirklich, früher haben WaKü's viel mehr gekostet.
Hat man eine Ati-Karte der neuen Generation, bezahlt man 303,60 Euro, am teuersten kommt's für die Leute mit einer FX 5900 mit 318,60 Euro.
In diesem Standart-Set ist alles drin, um seinen Computer wasserkühlen und beste Ergebnisse erziehlen zu können. Auf die Dauer sollten allerdings noch zwei leise 120mm-Papstlüfter dazukommen um die Kühlleistung noch zu verbessern,
ohne würde ich ein Overclocken nicht emfehlen!

2.2. Grafikkartenkühler brauch ich nicht. Und sowieso. Und überhaupt: Geht das denn nicht billiger?
Natürlich geht das billiger. Für Leute mit kleinem Buget oder Leuten, die Temperaturabstriche nicht schlimm finden, kann man die Kompnenten etwas "drosseln".
Aber auch hier gilt: Besser mich gefragt als Set genommen.
Hier haben wir das Set fü den kleinen Geldbeutel:
(Achtung! Hier ist ein Lüfter für den Radiator Pflicht!)
- CCR 03 für AMD und Intel Sockel
- HTF 2 Single Radiator mit Anschlüssen
- Eheim 1046 Kreiselpumpe mit Auslassanschluss 8x1
- AGB-O-Matik Plug-On-Ausgleichsbehälter
- 3 Meter Standartschlauch (PVC)
- Ein Paket Knickschutzfedern
- Titan-Lüfter 120x120
Unter 200 Euro! 198,60 Euro.
Ich persönlich sehe dies as unterste Grenze dessen an, was man an Wasserkühlung kaufen sollte.

3. Wohin soll ich mit dem ganzen Krempel?
Gute Frage!
3.1. Der Radiator
Ein Dualradiator passt eigentlich nur an zwei Orte: unter den Gehäusedeckel oder auf den Gehäusedeckel. Schraubt man ihn darunter, so muss man mit zwei bis drei CD-Schächten weniger rechnen, das ist gut für große Tower mit vier oder mehr externen Laufwerksschächten, denn die Integrität ist viel besser. Beim Transport hat man keine zusätzlichen Ecken oder Auswüchse. Bei kleinen Towern ist es hingegen durchaus empfehlenswert, der Radiator aufs Dach zu packen. HTF bietet hierfür auch spezielle Halterungen an damit man nicht selber basteln muss. Ein weiterer Vorteil bei er Montage ausserhalb des Gehäuses ist der Umstand das man sich große Löcher im Gehäusedeckel ersparen kann, man muss lediglich Löcher zur Befestigung der Halterung und für die Schläuche bohren.
Single-Radiatoren passen je nach Gehäuse auch anderswo hin, z.B. der Maxxxpert Mono Radiator.
Dafür kommen prinzipiell zwei Orte in Frage: Über dem Netzteil an der Rückwand und unter dem Festplatten-Käfig.
An diesen beiden Stellen ist genug Platz vorhanden und die Luft hat die Möglichkeit "nach draußen" zu gelangen, will heißen, eine Frischluftzufuhr oder eine Warmluftabfuhr ist problemlos möglich.
3.1.1. Ab auf's Dach!
Gut, er soll aufs Dach. Alles, was du tun musst, ist mit einem dicken Bohrer zwei 1,2cm durchmessende Löcher dort in den Casedeckel zu bohren, wo später die Anschlüsse des Radiators drüber liegen werden. Dafür einfach den Abstand am Radiator selbst abmessen. Dann brauchst du nur noch einen Abstandshalter unter dem Radiator zu montieren (oder eine externe Lüfterhalterung benutzen. Achtung: Bei HTF aus Edelstahl -> Edel) und den Radi draufsetzten. Die scharfen Ränder des Bohrlochs entgratest du mit Schleifpapier oder einem Senkbohrer und gummierst den Rand mit handelsüblichem Bausilikon oder einem speziellen Gummiring, damit die Schläuche nicht beschädigt werden. Dann kannst du die Schläuche von unten durchführen. Als Abstandshalter kann man auch die Lüfter verwenden, ich empfehle aber eher, sie auf dem Radiator zu montieren, damit die Lamellen geschützt sind (sie sind sehr dünn und deshalb sehr empfindlich). Vor allem beim Transport sind sie dann vor fiesen Dingen geschützt.
Die Lüfter sollten so montiert werden das der Luftstrom von unten nach oben durch den Radiator strömt.
3.1.2. Unter Tage
Dazu besorgst du dir einen gescheiten Dremel und zeichnest mit Bleistift die Konturen des inneren Rahmens an. Dann dremelst du fröhlich drauf los. Zu guter letzt machst du dir aus Papier eine Bohrschablone der Löcher für die Lüfter (M4, also 4mm Durchmesser), legst sie darüber und bohrst auch diese aus. Bohr und Dremelkanten werden mit Schleifpapier entgratet. Für alle die keinen Dremel zur Verfügung haben tuts auch eine Stichsäge, das ist aber schwieriger, und der Lack des Deckels sollte vollflächig mit Baukreppband gegen Kratzer geschützt werden. (Kleiner Tipp: Wenn man mit einer Stichsäge arbeitet, immer von unten sägen! Dann ist unten die "hässliche" Sägekante) Außerdem gib es für Handwerklich unbegabte mit einem Chieftech-Gehäuse die Option, einen fertigen Deckel mit Ausschnitten zu kaufen.
So, jetzt brauchen wir lange M4-Gewindeschrauben. Genau so lang, dass sie durch den Deckel und einen Lüfter noch weit genug in den Radi hineinzuschrauben sind. Du hast schon begriffen, was nun passiert, oder?
Genau: Du setzt die acht Schrauben in den Deckel, steckst auf der Unterseite deine zwei 120mm-Lüfter an ihren Löchern darauf und setzt darunter den Radiator. Festschrauben und nach belieben eine schöne Blende drauf. Fertig.
3.1.3. Unter den Festplatten oder über dem Strom
Hast du hier genug Platz und vielleicht sogar die Möglichkeit vom Gehäuse aus einen 120mm-Gehäuselüfter zu montieren, ist die Sache schnell fertig. Einfach Lüfter davor, Radi dahinter und anschrauben. Genauso verhält es sich, wenn über dem NT genug Platz und die Löcher für einen Lüfter sind. Eine andere Sache ist das, wenn die benötigten Löcher fehlen. Dann muss man nachbohren. Du nimmst ein Blatt Papier, ziehst mit deinem Zirkel einen 12cm durchmessenden Kreis und zeichnest symetrisch, oder in einem bestimmten Muster viele Löcher mit einem Durchmesser von 3mm oder mehr darauf. Je mehr Löcher man da einzeichnet, desto besser, aber zwischen den Löchern sollte man einen angemessenen Abstand einhalten damit das Blech nicht unschön verbogen wird. Dann klebst du dieses Blatt mit Baukreppband über die Stelle, wo du bohren willst und bohrst die Löcher möglichst exakt aus. (Mit anreißen und körnen der Bohrlöcher wird das Resultat viel präziser und schöner, aber der Aufwand ist dann auch dementsprechend sehr hoch.) Dann machst du noch vier Löcher mit 4mm für die Haltung des Lüfters und fertig. Entgratet wird mit einem Spitzbohrer, einem Schleifkopf oder Schleifpapier.
3.2. Die Pumpe
Die Pumpe wird für gewöhnlich etwa unter dem Festplattenkäfigkäfig platziert. Man sollte sie mit einem Entkopplungsset versehen oder auf ein Stück Schaumstoff stellen, damit sie die Eigenschwingung, bedingt durch den Motor, nicht auf das Gehäuse überträgt. Sie sollte der tiefste Punkt des Kreislaufes sein, weil das Wasser nicht von der Pumpe angesaugt wird, sondern von der Schwerkraft hereingedrückt und vom Flügelrad beschleunigt wird.
3.3. Der Schlauch
Wo bringt man ihn unter ist hier natürlich nicht die Frage, sondern wie.
Das kommt auf den Schlauch an (siehe zu dem Thema auch das Kapitel zu Schläuchen).
Prinzipiell knickt Schlauch gerne ab, wenn der Biegeradius zu klein ist.
Dann helfen nur noch zwei Sachen:
1. Knickschutzfedern. Sie drücken den Schlauch von außen zusammen und verhindern so ein Knicken.
2. Winkel. Die Tüllenwinkel sind gut zu verbauen aber nicht ganz ungefährlich. Sie sollten auf jeden Fall mit Schlauchschellen oder festgezurrten Kabelbindern gesichert werden.

4. Alles eine Frage des Kühlmittels
4.1. Was kommt denn nun da rein?
Innovatek signalisiert, ja, drängt uns sogar immer ihr Innova-Protect zu benutzten, andere schwören auf Frostschutzmittel wie Glycol. Ersteres soll vor Korrosion und Algenbefall, zweitens nur vor Algenbefall schützen. Also, ich muss sagen, wenn man einmal im Jahr das Wasser wechselt und nicht einen offenen Kühlkreislauf hat, ist Algenbefall kein Thema. Benutzt wird nur Destilliertes Wasser, sonst vielleicht ein paar Farbmittelchen für die Optik, aber
Finger weg von Alkohol! Es greift die Schläuche an!
Aber was ist das denn mit der Korrosion?
4.2. Was ist Korrosion denn nun?
Also, wir greifen mal zum *Arm ausstreck und Schautafel hervorhol*
"Boor'schen Atommodell". Wir sehen also hier *auf die äußere Elektronenschale zeig* das Problem.
Wie wir alle wissen (obwohl es mal ganz am Rande falsch ist), kreisen um jeden Atomkern Elektronen (das sind negativ geladene Elementarteilchen).
Und zwar sind das der Protonenmenge entsprechend viele auf verschieden "Flugbahnen" (auch Energiestufen, Schalen o.Ä. genannt), wobei diese vom Kern immer weiter nach außen gehen und das „Volumen“ eines Atoms ausmachen. (Schalenanzahl ist aus dem Periodensystem nach Kohler zu ersehen, gestaffelt in der horizontalen).
Jedes Atom kann auf seiner Außenhülle maximal 8 Elektronen (Valenz- oder Außenelektronen) haben, und ist auch bestrebt diese Schale komplett zu füllen, oder zu entleeren. Deshalb geben jene mit 1-3 Außenelektronen ihre ab (Wir sprechen vom Elektronendonator, aus lat. donare - schenken), mit 5-7 Außenelektronen werden Elektronen aufgenommen (Wir sprechen vom Elektronenakzeptor, lat. accipere - annehmen), bei 4 Außenelektronen (wie beim Kohlenstoff) kann beides passieren. Und wenn man nun ein edles Metall (sprich mit vielen Außenelektronen) und ein Unedles (mit wenigen) aneinander hält, reagieren die Atome miteinander um eine Verbindung einzugehen, die für beide optimal ist. Das edle Metall kommt seinem Wunsch, eine vollständige Außenhülle zu bekommen, näher, das Unedle auch, weil es bei 0 Elektronen seine äußere Schale ablegen kann. Da Wasser elektrisch aktiv ist (H2O ist ein Dipol), fungiert es nur als „Transportmedium“ für die Elektronen.
4.3 Was heisst DAS denn jetzt für mich?
Nun, ganz einfach: Kein uneloxiertes (an der Oberfläche absichtlich oxidiertes) Aluminium in den Kühlkreislauf integrieren, sonst gibts bald Lochfraß an den Aluminiumteilen. Allerdings ist heut zu Tage fast alles eloxiert.
Die einzige Ausnahme machen da die Innova-Radiatoren mit ihren Einlassstutzen aus Alu.

5. Verschraubung VS Legris (plug&cool) und was es mit PUR und PVC auf sich hat
5.1. "Verschraubung oder Legris?", das ist hier die Frage!
Also, inzwischen hat sich herausgestellt, dass beide Systeme etwa gleichwertig sind.
Während Innovatek eine Metalltülle verwendet, auf die der Schlauch von einer Überwurfmutter "aufgezwängt" wird, wird der Schlauch bei Legris (plug&cool) einfach eingesteckt, bis er richtig einrastet.
Stecksysteme werden auch in der Industrie eingesetzt um Druckluftsysteme aufzubauen und sind bei korrekter Handhabung genauso dicht und sicher wie die Verschraubungen von Innovatek. Allerdings kann ein Stecksystem nur mit den härteren PUR- oder PE-Schläuchen arbeiten!, bei weichen Schläuchen dichtet es nicht. Verschraubungen können mit allen Typen eingesetzt werden. Bei harten Schläuchen muss die Verschraubung nach ein paar Tagen noch einmal nachgezogen werden, weil der Schlauch unter "Zwang" weicher wird.
Faustregel: Verschraubungen werden handfest mit einem Schraubenschlüssel angezogen, keine rohe Gewalt! Nur leicht anziehen. Es gilt die Regel: Nach fest kommt ab!
5.2. Kleine Schlauchkunde
Wir unterscheiden hauptsächlich zwei Schlauchwerkstoffe:
PVC (Polyvinylchlorid) und PUR (Polyuhrethan)/PE (Polyethylen).
Schläuche aus PVC sind weicher und knickanfälliger. Dafür kann man sie sogar ohne Schlauchschellen mit Tüllen verwenden (obwohl ich davon abrate!). PVC ist „Standartschlauch“, aber man sollte unbedingt Knickschutzfedern dazubestellen. Er ist nicht für Stecksysteme geeignet!
PUR-Schlauch ist ein Stück härter. Die Biegeradien sind um einiges größer, dafür knickt er fast gar nicht. Allerdings kann man vernünftige Ecken nur mit Winkeln und Schlauchschellen machen. Hier sind die Schellen unbedingt erforderlich, wie bei jeder anderen Tülle auch, die man mit PUR verwenden will. Außerdem finden sich noch PE-Schläuche auf dem Markt.
Sie sind nur etwas schlechter und ein bisschen härter als PUR, verarbeiten sich auch noch schwieriger, obgleich PE auch für Stecksysteme geeignet ist. Ich würde sie nicht emfehlen.
Im Handel findet man verschiede Schlauchgrößen und etwas undurchsichtige Betitelungen: 8x1 ist der Standard, ich würde nichts anderes nehmen oder emfehlen.
Die erste Zahl gibt den Innendurchmesser an, die zweite Zahl die Wandstärke, also ist 8x1 10mm dick (8mm innen und zweimal 1mm Wand). 6x1 ist ebenfalls auf den Markt, aber selten verwendet und daher kein Standardmaß.

6. Probleme & Tipps
6.1. Tipps

6.1.1. Setzt, wenn du einen kleinen Plug-On-Ausgleichsbehälter hast, ein Stück von dem blauen, grobmaschigen Schwamm ein, damit der scharfe Wassersog der Pumpe gebrochen wird.
Ansonsten saugt die Pumpe immer Luft mit an und rattert.
6.1.2. Kauf dir keine andere Pumpe als Eheim oder AP! Hydorpumpen z.B. sind teilweise unverschämt laut.
6.1.3. Kauf nur Papstlüfter. Und selbst die solltest du drosseln. Und zwar auf 7 Volt, das ist ganz einfach. Du schneidest die Kabel vom Netzteil zum Stecker hin durch. Es sollten sich auf beiden Seiten „Rot Schwarz Schwarz Gelb“ gegenüberliegen. So, jetzt verbindest du einfach wieder Gelb und Gelb, allerdings verbindest du das schwarze Kabel auf der Seite des Stromsteckers mit dem Roten Kabel auf der Seite des Netzteils. Nur noch isolieren und schon läuft der Lüfter leiser. Wer sich fürchtet Kabel abzuhacken der kann in gutsortierten Casemodding-Shops auch Adapterkabel kaufen.
6.1.4. Die Reihenfolge der Komponenten ist egal! Die Unterschiede bewegen sich an der Grenze des Messbaren.
6.1.5. Zu jedem Satz Tüllen (z.B. Winkel- , T- , oder Y-Stücke) die gleiche Anzahl Schlauchschellen dazubestellen.
Der Schlach variiert in derGröße manchmal um ein klein bisschen, wenn du Glück hast, musst du tricksen (z.B. mit Spülmittel) damit die Tülle überhaupt in den Schlauch geht. Hast du aber Pech, tropft die Tülle.
6.2. Häufige Probleme
6.2.1. Meine Pumpe rattert nach dem Befüllen!

Tja, verfahre erstmal wie bei "6.1.1." beschrieben. Wenn das nichts bringt, rüttle deine Pumpe ein bisschen und dreh sie, damit sich die restlich Luft, die das Rattern verursacht, löst.
6.2.2. Meine Pumpe rattert trotzdem!
Dann haben wir es mit dem berühmten "Eheim-Bug" zu tun.
Abhilfe schafft ein Spezialpumpenrad, das dass alte Flügelrad ersetzt.

So, dieses Guide wird natürlich ständig aktualisiert, wenn es was neues oder etwas zu ergänzen gibt.
Ich hoffe, ich konnte helfen und einen Einblick in die Welt der Wasserkühlungen geben und dich auch dafür begeistern.
Schöne Grüße
Falcono

Ein dickes Danke an Cynopheus fürs Gegenlesen und Ergänzen!
Dieses FAQ ist komplett umfassend und ausschließlich auf meinem Mist gewachsen und daher Copyright by Falcono 2003
Zitieren ist gut, aber mit Namen; Inhaltsänderungen ohne meine Zustimmung werden bestraft.

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